2 kleine Punkte fehlten zur totalen Perfektion. Wir arbeiten daran, freuen uns aber fürs erste und erzählen ihnen kurz wie alles begann.
Dazu müssen wir zwei Jahre zurückgehen. Anfang des Winters 2010 fokussierte sich der Blick auf die letzten Rieslingtrauben am Kellerberg. Dort hingen noch ein paar gesunde und von Botrytis befallene Beeren in ausgewählten Parzellen für eine Essenz der Extraklasse. In den letzten Herbsttagen rückten die ersten Domänen-Trupps aus, entfernten die Netze, die vor Vogelfraß schützen sollten und holten selektiv und in mehreren Durchgängen Chargen an botrytisbefallenen Trauben ein. Minimale Mengen, die sanft gepresst hochkonzentrierte und ölige Moste ergaben. Um dabei nicht die gewünscht und notwendige Eleganz zu verlieren, mischten wir auch ein paar gesunde Trauben darunter, die dem Süßwein im Endstadium die nötige Präzision geben sollten.
Langsam aber stetig bahnte sich der Gärprozess an, Hefen kämpften sich durch Unmengen an Zucker und gaben sich bei 6% Alkohol und erstaunlicher 248 Gramm Restzucker geschlagen. Dem stehen sagenhafte 11,7‰ Säure gegenüber – Extreme wurden hier ausgereizt, doch geben sie in Symbiose ein rares Meisterwerk ab. Das meint auch der Falstaff: 98 Punkte sind der profunde Beleg für dieses süße Monument.
Ps: lagerbar bis 2100
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